Viele Betroffene gehen davon aus, dass sie nach einer bestandenen MPU automatisch ihren Führerschein zurückerhalten. Ob das tatsächlich der Fall ist, hängt jedoch von Ihrer persönlichen Situation und den Vorgaben der Fahrerlaubnisbehörde ab.
Der erste Schritt: Professionelle MPU-Beratung
Bevor ein Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt wird, sollte zunächst geprüft werden, welche Voraussetzungen in Ihrem Fall erfüllt werden müssen.
Im Rahmen einer professionellen MPU-Vorbereitung klären wir unter anderem:
- Welche MPU-Fragestellung vorliegt.
- Ob Abstinenznachweise erforderlich sind.
- Welche Nachweisform anerkannt wird (Urin- oder Haaranalyse).
- Wie lange die Abstinenz nachgewiesen werden muss.
- Wann der richtige Zeitpunkt für die Antragstellung ist.
- Ob nach der MPU zusätzlich eine Theorie- und/oder praktische Fahrerlaubnisprüfung erforderlich sein kann.
Auf dieser Grundlage erstellen wir einen individuellen Zeitplan.
Wann sollte der Antrag auf Neuerteilung gestellt werden?
Der Antrag sollte nicht automatisch sofort nach dem Führerscheinentzug gestellt werden. Gerade bei Alkohol- oder Drogendelikten müssen häufig zunächst die erforderlichen Abstinenznachweise erbracht werden.
Je nach Fragestellung können beispielsweise erforderlich sein:
- 12 Monate Alkoholabstinenz
- 15 Monate Betäubungsmittelabstinenz
Erst wenn diese Voraussetzungen nahezu erfüllt sind, ist der richtige Zeitpunkt für die Antragstellung häufig erreicht.
Nach Eingang des Antrags beginnt die Bearbeitung durch die Fahrerlaubnisbehörde. Sobald die Behörde das MPU-Gutachten anfordert, wird in der Regel eine Frist zur Vorlage gesetzt. Gleichzeitig benötigt die Begutachtungsstelle nach der MPU meist etwa vier bis sechs Wochen, um das Gutachten zu erstellen.
Deshalb empfehlen wir häufig, den Antrag etwa ein bis zwei Monate vor Abschluss der erforderlichen Abstinenznachweise zu stellen. So können sich die Bearbeitungszeiten optimal überschneiden und unnötige Verzögerungen vermieden werden.
Muss ich nach der MPU meinen Führerschein neu machen?
Nicht jeder muss nach einer bestandenen MPU erneut eine Fahrschule besuchen oder eine Theorie- und Fahrprüfung absolvieren.
Neuerteilung ohne erneute Fahrerlaubnisprüfung
In vielen Fällen reicht eine bestandene MPU aus. Nach einem positiven Gutachten und der Entscheidung der Fahrerlaubnisbehörde wird die Fahrerlaubnis neu erteilt und Sie erhalten Ihren Führerschein zurück.
Neuerteilung mit erneuter Fahrerlaubnisprüfung
In bestimmten Fällen kann die Fahrerlaubnisbehörde zusätzlich verlangen, dass eine theoretische und/oder praktische Fahrerlaubnisprüfung erneut abgelegt wird.
Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn:
- Sie noch nie im Besitz einer Fahrerlaubnis waren.
- Die Fahrerlaubnis über einen sehr langen Zeitraum nicht mehr bestand und die Behörde davon ausgeht, dass die erforderlichen Kenntnisse und Fahrfertigkeiten nicht mehr ausreichend vorhanden sind.
- Die Fahrerlaubnis bereits während der Ausbildung oder in der Probezeit entzogen wurde und die Voraussetzungen für den erstmaligen Fahrerlaubniserwerb erneut erfüllt werden müssen.
Ob eine erneute Fahrerlaubnisprüfung erforderlich ist, entscheidet immer die zuständige Fahrerlaubnisbehörde anhand Ihres Einzelfalls.
Warum eine individuelle Planung entscheidend ist
Jeder MPU-Fall verläuft anders. Wer den Antrag zu früh stellt, riskiert Fristprobleme oder ein noch nicht abgeschlossenes Abstinenzprogramm. Wer den Antrag zu spät stellt, verliert unter Umständen wertvolle Zeit.
Eine professionelle MPU-Vorbereitung sorgt dafür, dass alle Schritte optimal aufeinander abgestimmt werden – von der Aktenanalyse über die Abstinenznachweise und die Antragstellung bis hin zur MPU und der Neuerteilung der Fahrerlaubnis. So vermeiden Sie unnötige Wartezeiten und erhöhen Ihre Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens.